Der Markt wächst auf 34 Milliarden US-Dollar

Vom 17.07.2026 | 3 min. Lesezeit

Die Intralogistikbranche blickt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. Der aktuelle STIQ Global System Integrator Report 2026 zeigt: Die Nachfrage nach Automatisierungslösungen bleibt hoch und viele im Jahr 2025 verschobene Projekte werden voraussichtlich in den kommenden Jahren umgesetzt. Für Unternehmen bedeutet das: Wer seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern möchte, sollte sich jetzt mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen.

STIQ prognostiziert für den globalen Markt der Systemintegratoren ein Volumen von 34 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Bis 2030 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von rund 10 % erwartet.

Die wichtigsten Wachstumstreiber sind:

  • Investitionen in Nordamerika
  • Die Rückkehr der E-Commerce-Branche als Wachstumsmotor
  • Steigende Automatisierung bei 3PL-Dienstleistern
  • Der anhaltende Bedarf an effizienteren Lager- und Produktionsprozessen

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt Automatisierung für viele Unternehmen ein strategischer Erfolgsfaktor.

Unsicherheit ist zur neuen Normalität geworden

Geopolitische Entwicklungen, volatile Märkte und steigende Finanzierungskosten gehören mittlerweile zum Unternehmensalltag. Dennoch zeigt der Report, dass viele Unternehmen ihre Investitionen nicht länger aufschieben.

Der Grund ist klar: Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigende Betriebskosten und höhere Anforderungen an Liefergeschwindigkeit lassen sich ohne Automatisierung immer schwerer bewältigen.

Für Systemintegratoren bedeutet das, nicht nur Technologie zu liefern, sondern ihre Kunden als strategische Partner bei Investitionsentscheidungen zu begleiten.

Brownfield-Projekte gewinnen deutlich an Bedeutung

Ein besonders spannender Trend ist die zunehmende Bedeutung von Brownfield-Projekten.

Anstatt neue Logistikzentren auf der grünen Wiese zu errichten, investieren immer mehr Unternehmen in die Modernisierung bestehender Anlagen. Viele Automatisierungslösungen aus den 1990er- und 2000er-Jahren erreichen inzwischen das Ende ihres Lebenszyklus und müssen ersetzt oder erweitert werden.

Für Unternehmen bietet dies die Möglichkeit, bestehende Standorte effizient zu modernisieren, ohne komplett neu bauen zu müssen.

Software wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Der Report zeigt außerdem, dass sich der Wettbewerb zunehmend von der Hardware auf intelligente Softwarelösungen verlagert.

Warehouse Management Systeme (WMS), Warehouse Execution Systeme (WES) und intelligente Materialflusssteuerungen entwickeln sich zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen.

Kunden erwarten heute integrierte Gesamtlösungen, die Prozesse transparent machen, Daten intelligent nutzen und die gesamte Wertschöpfungskette optimieren.

Partnerschaften werden immer wichtiger

Ein weiterer Trend: Immer mehr Systemintegratoren setzen auf strategische Partnerschaften.

Die Entwicklung eigener Technologien ist kosten- und zeitintensiv. Deshalb arbeiten selbst große Anbieter verstärkt mit spezialisierten Technologiepartnern zusammen, um Innovationen schneller auf den Markt zu bringen und Projektrisiken zu reduzieren.

Neue Wettbewerber verändern den Markt

Auch chinesische Anbieter gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Während viele Unternehmen bislang hauptsächlich als Hardwarelieferanten auftraten, erwartet STIQ, dass sie künftig verstärkt komplette Automatisierungsprojekte als Generalunternehmer anbieten werden.

Dies dürfte den Wettbewerb weiter verschärfen und gleichzeitig Innovationen im Markt beschleunigen.

Amazon bleibt wichtig – aber das Wachstum verändert sich

Amazon zählt weiterhin zu den wichtigsten Investoren im Bereich Lagerautomatisierung.

Gleichzeitig deutet der Report darauf hin, dass sich die Investitionstätigkeit des Unternehmens nach Jahren starken Wachstums auf einem stabileren Niveau einpendelt. Für Systemintegratoren eröffnet dies neue Chancen in anderen Branchen und Kundensegmenten.

Fazit

Die Kernaussage des STIQ Reports ist eindeutig: Der Markt für Automatisierung wächst weiter – allerdings verändern sich die Anforderungen.

Brownfield-Projekte, intelligente Software, strategische Partnerschaften und eine stärkere Kundenorientierung werden die entscheidenden Erfolgsfaktoren der kommenden Jahre sein. Unternehmen, die diese Entwicklungen frühzeitig berücksichtigen, schaffen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

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